Einweihungsfeier Jubiläumsstele am 05.09.2020

Weigendorf. (ko) „Die Gemeinde ist stolz auf Weigendorf und seine Vereine und die heutige Einweihung der Jubiläumsstele ist für mich ein hochemotionales Ereignis. Das Denkmal erinnert uns nicht nur an 40 erfolgreiche Open Airs, es wird uns auch überdauern. Es ist für alle, die hier vorbeikommen, ein echter Hingucker. Als zweiter Bürgermeister und gleichzeitig IBV-Gründungsmitglied bin ich richtig stolz!“

Zweiter Bürgermeister Norbert Strebl fand anlässlich der Einweihung der übermannshohen Stele mit der Open Air-Gitarre und der Friedenstaube vor dem Dorfhaus anerkennende Worte für den Verein, für die Ideengeberin Andrea Poost, für die beiden Künstler Andreas Berger und Alexander Poost und für die Sponsoren. Und es wäre nicht der IBV, hätte er die „Taufe“ der IBV-Statue nicht auch mit einem sozialen Projekt verknüpft: Bereits am Vormittag starteten rund 70 Teilnehmer zu einem Charitylauf unter dem Motto „IBV-Lauf für kranke Kinder“.


Ein gewichtiges Geschenk zum Jubiläum
Die Entstehungsgeschichte der IBV-Statue hängt eng mit dem 40-jährigen Open Air-Jubiläum vor zwei Jahren zusammen. Das Freiluftkonzert hat den Namen des kleinen niederbayerischen Dorfes weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt gemacht. Das Open Air Weigendorf ist bei den Fans landauf, landab ein Muss, es ist Kult! Ehrenpräsident Albert Selmannsberger meinte dazu: „Wer hätte geglaubt, dass wir einmal 40 Open Airs machen? Am allerwenigsten wir selbst!“ Nun musste also zum Jubiläum etwas Besonderes her! Das OA-Logo, die Gitarre und die Taube, waren gesetzt, doch wie setzt man das Ganze um? Verwendet man Holz oder Stein? Schließlich einigte man sich auf Metall. Etwa vier Wochen vor dem Jubiläumskonzert waren die Vorarbeiten abgeschlossen: Die Schablonen wurden für gut befunden. Jetzt ging es an die Umsetzung. Material und Maschinen gab es beim Metallbau Hötschl. Mit einem Plasmaschneider wurden die groben Teile ausgeschnitten und dann wurde tagelang, oder besser nächtelang, geschweißt, gedengelt, geflext, geschliffen, erst die Gitarre, dann die Taube. Aufgrund des hohen Gewichts, Taube und Gitarre wiegen mehr als 100 Kilogramm, benötigte man eine massive Stahlplatte als Sockel. Auf ihr wurde das Kunstwerk mittels eines Dickwand-Hochpräzisionsrohrs befestigt. Auf Empfehlung von Hans Band wurde die gesamte Oberfläche mit einem speziellen Lackieröl behandelt, welches er extra bestellte und dann dem IBV spendete. Die Überraschung beim IBV und bei der gesamten Open Air-Gemeinde war groß, als das Metall-Logo beim Jubiläums-OA erstmals präsentiert wurde; immerhin war es den Künstlern gelungen, ihr Projekt bis dato geheim zu halten.


Ein geeigneter Standort

Schnell war nach dem Jubiläums-OA klar, dass man jetzt einen geeigneten Platz für das Kunstwerk brauchte, am besten irgendwo in der Ortsmitte. Die IBV-Statue sollte auf einer übermannshohen Granitstele an der der Dorfstraße zugewandten Seite des Dorfhauses zu stehen kommen. Die Zustimmung des Gemeinderates war Formsache, allerdings hatte die Beachtung der Sicherheit oberste Priorität. Allein der Granitstein wiegt rund dreieinhalb Tonnen und der Standort ist öffentlicher Bereich. Dementsprechend wurde auf die Statik großes Augenmerk gerichtet. Korbinian Black übernahm die fachgerechte Bearbeitung des Natursteins und ein Scheinwerfer sorgt für eine wirkungsvolle Beleuchtung. Der ausgelaserte Schriftzug „40 Jahre Open Air Weigendorf“ verrät dem unkundigen Betrachter den Grund für die Errichtung der Stele mit dem Logo. Bürgermeister Günter Schuster schließlich gab den Hinweis zur Beantragung einer Förderung aus Leader-Mitteln und der Kulturpreisträger des Jahres 2014 konnte sich über eine ansehnliche Unterstützung freuen.
Geplant war, die Jubiläumsstele am Vatertag offiziell ihrer Bestimmung zu übergeben, doch Corona durchkreuzte alle Planungen. Nachdem jetzt die Covid-19-Regeln etwas gelockert worden waren, traf man sich dazu am Samstag spätnachmittags nach einem halben Jahr des Stillstands erstmals wieder.


Ein echter Hingucker
Zweiter Bürgermeister Norbert Strebl, der die Grüße des terminlich verhinderten ersten Bürgermeisters überbrachte, versicherte, dass die Gemeinde stolz sei auf Weigendorf und seine drei Ortsvereine: „Feuerwehr und Gartenbauverein unterstützen seit mittlerweile mehr als 40 Jahren den IBV bei der Durchführung des Open Airs und die gesamte Bevölkerung steht bei der Umsetzung zusammen. Das Bild vom kleinen gallischen Dorf, unbezwingbar, unzähmbar, geprägt von Hilfsbereitschaft und einem großen Zusammenhalt, das der Bürgermeister vor einigen Jahren geprägt habe, gelte uneingeschränkt, auch wenn sich mittlerweile ein Nachbarort ebenfalls mit diesem Attribut schmücke.
„Ich taufe dich auf den Namen IBV-Statue, sollst du uns doch bei den künftigen Open Airs immer Glück bringen, auf dass wir stets ein friedliches, unfallfreies und schönes Open Air bei schönstem Wetter haben werden.“ Andreas Berger, einem der Künstler blieb es vorbehalten, die Statue zu taufen, allerdings nicht mit Sekt, sondern standesgemäß mit einem Flascherl Wasserburger-Pils. Und auch der zweite Künstler, Alexander Poost und seine Gattin Andrea, die an der persönlichen Teilnahme verhindert waren, konnten per Videoschaltung live dabei sein.


Benefizlauf zur Stelentaufe
Doch auch beim Feiern, selbstredend auch hier unter peinlich genauer Beachtung der „AHA-Regeln“ (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken), werden die Hilfsbedürftigen nicht vergessen. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren bereits IBV-Teams beim Benefizlauf in Landshut am Start waren, hat man zur Stelentaufe kurzerhand einen eigenen „IBV-Lauf für kranke Kinder“ initiiert. Rund 70 Läuferinnen und Läufer, darunter zahlreiche Kinder mit ihren Eltern, bewältigten bereits am Vormittag insgesamt 726 Runden, jede davon etwa 900 Meter lang. Die Laufstrecke begann beim Demmelgarten und führte entlang des OA-Geländes und rund um die Park- und Zeltplätze. Mit der Spende aus dem Erlös des Benefizlaufs hat sich der IBV selbst das schönste Geschenk zum Stelenfest gemacht.

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